42 Grad, Erzählungen 

Lenos Verlag (Basel), Herbst 2018

’42 Grad’ auf Arabisch von Moataz el Magawry
Al-Arabi Verlag, Kairo
www.alarabipublishing.com.eg

 

Filmische Lesung mit Rosanna Rotach & Sandro Griesser (Youtube)
www.haus-der-religionen.ch

Es sind Geschichten vom Ausbrechen aus dem gewohnten Leben und von Ereignissen, die alles ins Wanken bringen: Viola Rohner beherrscht es, auf wenigen Seiten ganze Schicksale zu kondensieren. Wunderbar gelassen, bisweilen lakonisch und stets durchdrungen von einer sanften Melancholie erzählt sie von Frauen rund um den Globus, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen. Zwei Geschwister begeben sich auf die Spuren ihrer verstorbenen Mutter. Eine Krankenschwester übernimmt im australischen Outback eine schwere Aufgabe. Eine junge Frau flieht vor ihrem Stiefvater und versucht zum ersten Mal, einem Mann zu vertrauen. Eine verlobte Schweizerin lässt sich auf einer Bahnfahrt in Russland auf ein erotisches Abenteuer ein... (Aus: Verlagsvorschau, Lenos Verlag). Link zum SFR Autorenprofil und Leseprobe

Stimmen

Manche Autoren brauchen viele Seiten, um eine Geschichte entstehen zu lassen, manche erzählen auf wenigen Seiten ungeheuer viel. Viola Rohner (*1962) gehört zu Letzteren. Jede Erzählung im Band ’42 Grad’ entwirft ein kleines Universum, in der drückenden Hitze Australiens, an der windigen irischen Küste oder in einem Schweizer Einfamilienhaus, das nach langen Jahren der Stille plötzlich wieder zum Treffpunkt einer – längst nicht mehr intakten – Familie wird. Nach der Lektüre dieser Erzählung hat man den Eindruck, einen ganzen Familienroman gelesen zu haben. Die Zürcher Autorin macht ihre Figuren in ihrem dritten Buch auf zurückhaltende, ja lakonische Weise sehr fassbar. Viola Rohners Geschichten sind nahe an der Alltagswelt, und doch sind in ihnen Reibungen und Irritationen spürbar. In ihrer poetischen Dichte weisen sie über das Erzählte hinaus.
-MARTINA LÄUBLI, Bücher am Sonntag, NZZ, 28.10.2018

In neun Erzählungen entwirft Viola Rohner Lebenssituationen ganz unterschiedlicher Menschen. An Schauplätzen überall auf der Welt. Und zeigt damit, was uns alle verbindet. «42 Grad» erzählt von Wendepunkten im Leben und existentiellen Fragen. Schnörkellos, fokussiert und präzis. Melancholie schwingt mit, als Begleiterin von Denkanstössen, die auch lange nach der Lektüre im Leser, in der Leserin, nachhallen. «42 Grad» ist ein Buch der leisen Töne, die man wegen ihrer Eindringlichkeit hört – und geniesst.
– BRITTA SPICHIGER, SRF Literatur 

WEITERE PRESSESTIMMEN ZU "42 Grad"

Alles Gute und auf Wiedersehen

Roman, Rotpunktverlag, Zürich
August 2014

Leseprobe (Rotpunktverlag Zürich)

Als Mara im Sommer 1987 der neuen WG-Mitbewohnerin hilft, ihren schweren roten Koffer in die Wohnung zu schleppen, gibt sie sich betont kühl und abweisend. So sind die Berliner Umgangsformen. Zu Maras Erstaunen ist Loras roter Koffer voller Bücher, und über diese Bücher finden die beiden zueinander. Sie entdecken ihre Liebe und ihren gemeinsamen Traum, Künstlerin zu werden. Während Mara an ihrem Schreiben zweifelt, nutzt Lora jede Möglichkeit, als Theaterregisseurin Erfahrungen zu sammeln, und entfernt sich immer weiter von Mara - bis hinter die Mauer. Und eines Nachts ist sie ganz verschwunden, mitsamt dem roten Koffer. Nur die Bücher lässt sie zurück. Jahre später hat Mara ihr Leben neu organisiert, sie lebt in einer kleinen Wohnung am Arkonaplatz, ist liiert mit Leif. Dessen Sohn Morten liebt sie, aber es fehlt ein Stück zum Familienglück. Mara fehlt ein Stück ihrer Vergangenheit. Sie macht sich auf die Suche, verfolgt Loras Spur mit dem Auto, mit Stift und Papier. Dabei ist sie fest entschlossen, nicht nur Lora, sondern auch sich selbst zu finden.

Stimmen

Viola Rohner schafft eine Kunst, die man nur selten liest. Sie schafft es, so zu erzählen, dass man ganz vergisst, dass man liest und ganz in diesen Bildern lebt. So schön wird das erzählt.
TANJA KUMMER, DRS3, Buchtipp 4.9.2014 / Buch-Tipp auf SFR 

WEITERE PRESSESTIMMEN ZU "Alles Gute und auf Wiedersehen"

Unkraut

Erzählung, Rotpunktverlag Zürich, 2002

Im Hardcover und Hörbuch erhältlich
Hörbuch auf www.Amazon.de (Verlag: SAGA Egmont)

In einem Dorf in den siebziger Jahren an der Goldseite des Sees scheint die Idylle vollkommen. Die Hausfrauen fahren spätmorgens singend zum Friseur, vor dem Pflegeheim spazieren friedliche Alte, unten am See und oben am Berg wohnt zufrieden die Macht, Enten paddeln lustig im Sonnenschein. Eine junge Lehrerin unterrichtet wohl behütete Jugendliche, die in der Freizeit mit unterschiedlichem Geschick erste Küsse austauschen. Bibi und ihre Mitschülerinnen beklagen sich über die öde Lektüre im Deutschunterricht, woraufhin die Lehrerin ein Buch mit ihnen liest, in dem von "Liebemachen" und vom "Vögeln" die Rede ist, von "Kommunen" und von jungen Männern, die den Militärdienst verweigern und schon mit neunzehn von zuhause ausziehen. Bald wissen im Dorf all, dass den Jugendlichen in der Schule staatszersetzende Lektüre vorgesetzt wird. Es kann nicht angehen, dass eine Kommunsitin, eine Marionette Moskaus, die Dorfjugend vom rechten Weg abbringt.

Stimmen

Viola Rohner erzählt eine Begebenheit im Zeichen des Kalten Krieges und der Jugendbewegungen mit ganz eigenen Klangfarben: bisweilen wie ein Märchen, ironisch getönt, manchmal wie eine Dorfgeschichte aus dem Kalender. (...) Auffallend ist der hohe Grand an Anschaulichkeit: eine unverstellte Bildlichkeit, die nur auf den ersten Blick von so genannter Naivität bestimmt wird, tatsächlich aber erfahrenes Wissen verrät.
BEATRICE EICHMANN-LEUTENEGGER, Der Bund, 22. Mai 2002

Eine kleine Geschichte des Kalten Krieges in der Schweiz: Die Zürcher Autorin Viola Rohner überzeugt mit ihrem Erstling 'Unkraut'.
CHRISTINE LÖTSCHER, Tages Anzeiger, 8.4. 2002.

Eine wundersam leichte, geradezu exemplarische Erzählung über die Befindlichkeit der Schweiz.
WOLFGANG BORTLIK, WoZ, 28. 12. 2002

Unkraut liest sich geradezu parabelhaft, ironisch gebrochen und unsentimental erzählt, als Vorgeschichte von 'Züri brännt'.
GIERI CAVELTY, NZZ, 27. Juni 2002